Von Bernd Koldewey
Die Legende vom verzauberten Feigenbaum ist ein uraltes Märchen, das an die Erzählungen aus 1001 Nacht erinnert. Man sagt, wer sich unter seinen Schutz begibt, und ihn berührt, dem widerfahren wahre Wunder. Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt des Feigenbaums im Naturpark Sierra de Cazorla! Bei dieser einzigartigen Reise erwarten Sie Legenden, atemberaubende Natur und aufregende persönliche Entdeckungen.
Der Feigenbaum ist eine faszinierende Pflanze mit einer langen Geschichte und großer symbolischer Bedeutung in vielen Kulturen und Religionen. Er gilt als Sinnbild für Fruchtbarkeit, Wohlstand und Glück und wird in der Bibel mehrfach erwähnt. In den gemeinsamen Überlieferungen der drei großen Religionen wird der Feigenbaum oft in Verbindung mit dem Garten Eden dargestellt. In der Bibel, der Thora und dem Koran wird der Feigenbaum als die erste Bedeckung der Menschheit dargestellt. Es gibt Überlieferungen, die besagen, dass Adam und Eva sich mit Feigenblättern bedeckten, nachdem sie im Garten Eden ihre Nacktheit erkannt hatten. In diesem Kontext ist das Feigenblatt nicht nur eine Pflanze, sondern auch ein Symbol, das mit Weisheit und Bewusstsein zu Beginn der Menschheit in Verbindung gebracht wird. In der Spiritualität symbolisiert der Feigenbaum die Fülle der Natur sowie den Kreislauf des Lebens. Seine Blätter könnten sinnbildlich für die verschiedenen Phasen des menschlichen Lebens, von der Geburt bis zum Tod, stehen und die Vernetzung aller Dinge symbolisieren. Die Geschichten und Sagen rund um den Feigenbaum hatten meine Neugier geweckt. Ich spürte, dass ich diesem Zauber nachgehen musste – und so führte mich mein Weg zurück in die vertrauten Berge meiner Heimat Quesada.
Über Schotterpisten geht es kurvenreich in die Höhen der Sierra de Cazorla
Der Naturpark Sierra de Cazorla, Segura y Las Villas liegt nur einen Steinwurf entfernt von meinem Dorf Quesada, eingebettet in die wilde Schönheit Andalusiens. Dort erwarten uns nicht nur viele Sehenswürdigkeiten wie die Quelle des Guadalquivir oder die zahlreichen smaragdgrünen Seen (Stauseen), sondern auch eine faszinierende Bergwelt mit Pflanzen und Tieren. Mit etwas Glück begegnet man hier Hirschen, Mufflons, Wildschweinen oder Füchsen – ein echtes Abenteuer! In den schwindelerregenden Höhenlagen der Sierra de Cazorla leben majestätische Iberische Steinböcke und in den Lüften schweben Adler und Geier über der atemberaubenden felsigen Landschaft. Und das ist noch nicht alles: Der Naturpark verfügt über eine schier unglaubliche Anzahl an alten, bemerkenswerten Baumbeständen. Pinien, Kiefern und Eiben verwandeln die Landschaft in ein wahres Wunderland – manche dieser Bäume sind sogar über tausend Jahre alt! Besonders faszinieren mich die uralten, mystischen Feigenbäume, die auch bei den Besuchern große Bewunderung hervorrufen.
Die imposante Bergwelt der Sierra de Cazorla
Mein Freund Miguel und ich machten uns voller Vorfreude auf den Weg, um einen mystischen Feigenbaum zu finden, der den Sagen und Legenden entspricht. Die Suche ist ein echtes Abenteuer! Mit etwas Glück finden wir in der atemberaubenden Bergwelt der Sierra de Cazorla und im Quellgebiet des Rio Guadalquivir einen geheimnisvollen Feigenbaum. Schon die ersten Kilometer auf der panoramareichen Landstraße A-6206 ließen mein Herz höherschlagen. Die Straße windet sich durch Olivenhaine und vorbei an alten Wachtürmen, bis sie schließlich zum Pass von Tíscar aufsteigt. Hier, auf 1.189 Metern Höhe, öffnet sich die Landschaft wie ein Buch voller Geschichten: Die mittelalterliche Burg von Tíscar thront über dem Tal, und die Cueva del Agua verbirgt ihre Geheimnisse im Felsen. Die Einsiedelei der Jungfrau von Tíscar, ein Ort der Stille und Andacht, scheint über die Jahrhunderte hinweg zu wachen.
Mit jedem Schritt, den ich weiter in die Berge wage, wächst die Faszination. Die Sierra de Cazorla ist ein Reich voller Wunder: uralte Pinien und Kiefern, majestätische Steinböcke, Adler, die ihre Kreise ziehen. Und irgendwo, verborgen zwischen Felsen und Quellen, wartet vielleicht der Feigenbaum, der Legenden und Wirklichkeit miteinander verbindet. Über Schotterpisten ging es anschließend noch 20 Kilometer weiter in die atemberaubenden Höhen der Sierra de Cazorla. Die spektakulären Ausblicke auf die Bergwelt verschlagen uns die Sprache.
Atemberaubende Höhen der Sierra de Cazorla
Als wir schließlich die felsige Schlucht Cañada de las Fuentes erreichen, sind wir vollkommen begeistert. An dieser Stelle befindet sich die sagenumwobene Quelle des Flusses Guadalquivir, der sich durch die wunderschöne Landschaft Andalusiens schlängelt. Sein Ursprung liegt hier im Naturpark Cazorla, wo er als kleines Rinnsal in der Cañada de las Fuentes entspringt und sich schließlich in den mächtigen Atlantik ergießt. Der Guadalquivir ist in Andalusien allseits bekannt – nicht nur wegen seiner geografischen, sondern auch seiner historischen und kulturellen Bedeutung.
Schon in der Antike war der Fluss eine der wichtigsten Handels- und Kulturrouten! Er war bekannt als Betis bei den Römern und Wadi al-Kabir bei den Muslimen. Und er prägte Städte wie Córdoba und Sevilla, die als Ausgangspunkt für aufregende Entdeckungsfahrten dienten. Er mündet bei Sanlúcar de Barrameda in den Golf von Cádiz. Der Guadalquivir ist eine echte Inspiration für Dichter wie Góngora, Lorca und Machado! Er ist ein lebendiger Teil der andalusischen Seele, und seine Geschichten und Legenden sind besonders in der Nähe von Triana spürbar. Mit einer Länge von 657 Kilometern bewässert er nicht nur landwirtschaftliche Flächen, er versorgt auch Dörfer mit Wasser und ist der einzige schiffbare Fluss Spaniens, der bis nach Sevilla führt. Das macht ihn zu einem wirtschaftlichen und touristischen Motor!
Miguel und ich befanden uns an der Quelle des Guadalquivir.
An der Quelle des Flusses waren wir nicht die einzigen Besucher. Das Quellgebiet, das von Geröll und Felsen durchsetzt ist, hat uns überrascht. Gegenwärtig, Ende September und nach den heißen Sommermonaten sowie der anhaltenden Trockenperiode, weist die Quelle einen geringen Wasserstand auf. Der Guadalquivir wird auch durch seine Nebenflüsse gespeist, wie den Genil, den Guadalbullón und den Guadiana Menor. Es ist somit klar, dass er der größte Fluss Andalusiens und der fünflängste Fluss Spaniens ist.
Die Quelle des Flusses Guadalquivir
Hier, an der Quelle des Guadalquivir in 1.400 Metern Höhe, erkunden wir noch ein wenig die umliegenden Wälder und sind auf der Suche nach einem wundersamen Feigenbaum. In der kargen, aber wunderschönen Bergwelt der Sierra de Cazorla wachsen riesige Kiefern und Pinien sowie andere Gehölze und Pflanzenarten wie Kriechwacholder und Cazorla-Geranie. In den Höhenlagen der Sierras einen Feigenbaum zu finden, ist allerdings eher unwahrscheinlich. Wir versuchen unser Glück daher in den bezaubernden, tief gelegenen Tälern im südwestlichen Bereich des Naturparks.
Kriech-Wacholder (Juniperus horizontalis)
Das Tal des Guadalquivir fungiert als Trennlinie zwischen den in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Gebirgszügen der Sierra de Cazorla und der Sierra de Segura. Im Norden erstrecken sich die Sierras de las Villas, während die Sierra del Pozo im Süden den Abschluss bildet. Mit einer Höhe von 2.026 Metern repräsentiert der Cabañas den höchsten Gipfel des Naturschutzgebietes.
Blick auf Quesada mit dem Cerro de Magdalena (1198 m)
Unsere Suche nach dem verzauberten Feigenbaum geht weiter. Nachdem wir die Quelle des Guadalquivir und die beeindruckende Umgebung im Südwesten des Naturparks erkundet hatten, machten wir uns über die panoramareiche Schotterpiste der JF-7107 auf den Rückweg nach Quesada. Die Aussichten haben uns jedes Mal wieder belohnt. Der weite Blick ins Tal der Olivenplantagen und auf den 1198 Meter hohen Cerro de Magdalena sowie unsere malerische Ortschaft Quesada waren einfach atemberaubend. Auf der etwas über 20 Kilometer langen Route machten wir des Öfteren Halt und bewunderten die einzigartige Bergwelt des Naturparks. Einige Tage später, am 4. Oktober, unternahmen Lola, Miguel, Werner und ich einen weiteren Versuch, den sagenumwobenen Feigenbaum ausfindig zu machen. Unsere Freundin Laura aus Quesada hatte uns eine fantastische Nachricht überbracht: Der Feigenbaum, den wir suchten, existierte tatsächlich! Im südöstlichen Teil des Naturparks Sierra de Cazorla, in der Nähe des malerischen Ortes Pozo Alcón, soll es an dem Ufer des Flusses Guadalentín einen zauberhaften Wald geben. Er wird „verzauberter Wald von Las Higueras” genannt – ein Ort, der einfach verzaubert!
Das Naturschutzgebiet mit seinem Zauberwald zeichnet sich durch eine hohe Dichte an Feigenbäumen aus, hier werden wir fündig! Er liegt nur wenige Kilometer nordöstlich von der Ortschaft Pozo Alcón entfernt. Pozo Alcón ist eine Stadt im Süden der Provinz Jaén in Andalusien, die an die Provinz Granada angrenzt. Pozo Alcón ist eine historische Gemeinde in Andalusien, die sich durch eine tief verwurzelte Kultur, beeindruckende Naturgebiete und traditionelle Festen auszeichnet, die bis in das 17. Jahrhundert dokumentiert sind.
Die Region grenzt an die Gemeinden Huesa, Hinojares, Quesada und Peal de Becerro. Der Grenzort zur Provinz Granada befindet sich im Südosten der Provinz Jaén in einer Ebene, die von Olivenbäumen, Mandelbäumen und einigen Weinbergen gesäumt ist. Am Fuße dieser Ebene liegt die gleichnamige Sierra, die sich mit dem Naturpark der Sierra de Castril vereint. In der Nähe des Ortes befindet sich die reizvolle Landschaft des Stausees Embalse de la Bolera.
Der Stausee “Embalse de la Bolera” in der Nähe von Pozo Alcón
Nur 4,5 km nordöstlich des malerischen Ortes Pozo Alcón, am Ufer des Flusses Guadalentín, erwartet uns ein faszinierender 1 Km langer Rundweg, der uns in eine zauberhafte, natürliche Umgebung entführt. Wir lassen uns in eine Welt entführen, die so magisch ist, dass man das Gefühl hat, in einem Märchen zu sein. Der verzauberte Wald von Las Higueras ist eine Naturlandschaft, die aus einem spektakulären Netzwerk von Feigenbäumen besteht.
Lola und Bernardo sind fasziniert von den Quellen des Zauberwaldes.
Unsere Anreise erfolgt mit dem Auto zum Parkplatz, der sich an einer Flussbiegung des Guadalentín befindet. Von diesem Standort aus bietet sich uns die Möglichkeit, eine Wanderung zu unternehmen, die durch eine mystische Landschaft mit verzauberten Feigenbäumen und kleinen Wasserfällen führt. Die Landschaft zeichnet sich durch eine besondere Magie und Anziehungskraft aus. Wir lassen uns von der Schönheit der Natur verzaubern. Im märchenhaften Zauberwald begleitete uns ein sanfter Wind, der durch die Äste der Feigenbäume strich. Es schien, als trüge er eine leise Melodie, die von Blatt zu Blatt wanderte – ein Lied der Natur, das uns in seinen Bann zog. Der Wind wurde zum Boten der Legende, flüsterte Geschichten von Liebe, Hoffnung und vergangener Zeit. Immer wieder blieben wir stehen, lauschten dem Spiel der Natur und hatten das Gefühl, als würde der Wind die Erinnerungen des verzauberten Feigenbaums in alle Himmelsrichtungen tragen. So verband sich die Magie des Ortes mit dem Klang der Natur – und der Wind wurde zum Träger der Melodie, die von Generation zu Generation weiterlebt.
Hier im Zauberwald gibt es viele Feigenbäume, die den Wald verzaubern.
Diese verzauberte Pflanzenwelt ist in einem feuchten Lebensraum gewachsen, der durch das Wasser der Peralta-Quellen entstanden ist, das in einer steilen und felsigen Umgebung fließt. Und jetzt im Sommer und im Herbst gedeihen die Feigenbäume prächtig! Auf diese Weise sind kleine Bäche und Wasserfälle entstanden, von ihrem Ursprung, der Peralta-Quelle, bis zu ihrer Mündung in den Fluss Guadalentín.
Die Flusslandschaft des Guadalentín ist einzigartig!
Lola im Zauberwald von Higueras, wo sie sich von der Magie verzaubern lässt.
Lola, unsere fantastische Begleiterin und Freundin, beschreibt ihre Eindrücke des sagenhaften Feigenwaldes so: "Als ich das Schild mit der Aufschrift 'Eingang zum verzauberten Feigenwald' passierte und die ersten Schritte machte, spürte ich die mystische Energie, die von diesem einzigartigen Ort ausging – es war einfach magisch!" Ich fühlte, wie mein Herz vor Aufregung raste, wie das eines Kindes, das zum Dreikönigstag ein Spielzeug bekommt.
Der Wald wird von kleinen Bächen und Wasserfällen verzaubert.
Weiter geht's! Vor mir lag eine atemberaubende Landschaft, alles war von Bäumen umgeben, vor allem von Feigenbäumen. Unser Abenteuer begann am Fluss Guadalentín, wo die Angler in den kristallklaren Gewässern des Flusses fischten. Werner, selbst ein passionierter Angler, freundete sich mit einem gleichgesinnten Angler an. Und siehe da – er hatte Erfolg und fing eine kräftige Forelle!
Werner und ein Angelfreund fischen nach Forellen.
So, wir sind angekommen. Wir begannen einen wunderschönen Weg voller Aufregung und Entdeckerlust. Besonders ich als Naturliebhaber fühlte mich, als wäre ich auf der Erde selbst. Der verzauberte Feigenwald mit seinen verzweigten Wurzeln erregte meine Aufmerksamkeit. Ja, ihre riesigen, ineinander verschlungenen Wurzeln führten ein Eigenleben, als würden sie sich gegenseitig stützen, einige waren größer, die anderen kleiner.
Sie lagen frei, nicht unter der Erde. Sie kamen aus der Tiefe ans Licht und strahlten ihre Schönheit aus, sodass ich sie betrachten konnte. Ich war erstaunt, denn die Wurzeln bildeten Pflanzenhöhlen, an deren Felswänden Moos wuchs und an denen das Wasser tropfenweise in kleinen Kaskaden hinunterglitt.
Der Zauberwald mit seinem Gewässer ist ein magischer Ort, der verzaubert – und den muss Lola erkunden.
Lola spürt die Energie des Wassers, das aus den sagenumwobenen Peralta-Quellen sprudelt!
Lola genießt ein herrlich erfrischendes Bad im zauberhaften Wald!
Lola: Wir haben die Zeit im Zauberwald genossen. Er hat viele Holzbrücken, Picknickplätze, Teiche und heilige Wasserbecken. Dort haben wir gebadet. Es war einer der glücklichsten Tage meines Lebens – vor allem, weil ich ihn mit Miguel, Werner und dem Schriftsteller Bernardo, teilen durfte. Wir sind extra wegen ihm hierhergereist, um diesen fantastischen Wald kennenzulernen. Die einzigartige Natur des Zauberwaldes hat eine enorme Anziehungskraft und Schönheit geschaffen, in der sich die Besucher zweifellos verlieben werden. Dieser Ort der Ruhe und Stille gibt den Besuchern die Möglichkeit, neue Energie zu tanken und sich an der Frische des reichlich vorhandenen Wassers zu erfreuen. Danke, Zauberfeigenwald. Du hast mich mit deinen fantastischen Landschaften, deinen verzauberten Feigenbäumen und all deiner Energie unendlich glücklich gemacht.
Die einzigartige Natur des Zauberwaldes übt eine enorme Anziehungskraft auf Lola und Bernardo aus.
Die Magie des Feigenbaums, die Lola und Miguel erleben, verleiht ihnen Spaß und Freude.
Zum Abschluss unseres Tagesausflugs in den Zauberwald von Higueras unternahmen wir noch eine kleine Wanderung von einigen Kilometern entlang des Ufers des Guadalentin. In diesem wunderschönen Erholungsgebiet, mit seiner vielfältigen Flora und Fauna, wanderten wir flussabwärts durch eine ebenso beeindruckende Landschaft. Das erfrischend klare Wasser des Flusses und die Atmosphäre laden dazu ein, einen sonnigen Tag zu genießen.
Der Fluss Guadalentin, der ein wahres Paradies für Angler ist, windet sich durch die Landschaft.
Das kristallklare Wasser des Guadalentin ist in den Sommermonaten perfekt, um sich abzukühlen.
Es ist ein Ort, der zum Abschalten einlädt und an dem man die Seele baumeln lassen kann. Der Guadalentín-Fluss, der sich zwischen Pozo Alcón und dem Stausee La Bolera erstreckt, ist ein wahres Naturwunder. Das kristallklare und frische Wasser ist in den Sommermonaten perfekt, um sich abzukühlen. Die Umgebung ist traumhaft! Die Ufervegetation spendet Schatten und die Landschaft ist spektakulär. Für Angler ist das Reservat Peralta ein echtes Highlight! Es ist das größte Reservat Andalusiens und ein wahres Paradies für Angler. Nach nur wenigen Metern ist es erreicht. Dort erwarten Sie faszinierende Wasserlebewesen wie Forellen, Andalusische Barben und Döbel.
Die Reise zum verzauberten Feigenbaum hat in mir etwas entfacht, das weit über die bloße Entdeckung eines besonderen Ortes hinausgeht. Inmitten der uralten Bäume, dem sanften Wind und dem leisen Flüstern der Blätter habe ich eine tiefe Verbundenheit gespürt – mit der Natur, mit meinen Freunden und mit den Geschichten, die uns begleiten. Jeder Moment im Zauberwald war erfüllt von Staunen, Freude und einer fast kindlichen Sehnsucht nach Magie.
Die riesigen, alten Bäume im Zauberwald bereichern die ohnehin schon faszinierende Landschaft.
Der Zauberwald mit seinen knorrigen, verwurzelten Feigenbäumen fasziniert Lola.
Die Natur schafft wahre Wunder: Im verwurzelten Geäst dieses Feigenbaums verbirgt sich ein Katzenkopf.
Es sind diese Augenblicke, in denen die Zeit stillzustehen scheint und das Herz weit wird, die mich daran erinnern, wie kostbar das Leben ist. Die Legende vom verzauberten Feigenbaum ist für mich zu einem Symbol geworden: für Hoffnung, für Liebe und für die Kraft, Wunder zu erleben – wenn wir uns darauf einlassen. Die Erinnerungen an diesen Tag, an das gemeinsame Lachen, das Staunen und die stille Dankbarkeit, werden mich noch lange begleiten.
Vielleicht ist es genau das, was der Feigenbaum uns lehren will: Dass die wahren Wunder oft ganz nah sind, verborgen in der Schönheit der Natur und in den Begegnungen mit Menschen, die unser Herz berühren. Ich nehme aus dieser Spurensuche nicht nur Geschichten mit, sondern auch ein Gefühl von Glück und Geborgenheit, das mich immer wieder an diesen magischen Ort zurückführen wird – sei es in Gedanken, in Träumen oder eines Tages erneut auf den verschlungenen Pfaden der Sierra de Cazorla.
Ein alter Feigenbaum (Ficus carica) säumt mit seinem schönen Blattwerk den Weg.
Die Suche nach dem verzauberten Feigenbaum hat uns nicht nur durch die beeindruckenden Landschaften der Sierra de Cazorla geführt, sondern auch gezeigt, wie eng Natur, Legende und persönliche Erfahrung miteinander verwoben sind. Jeder Schritt auf den alten Pfaden, jedes Gespräch mit Freunden und jede Begegnung mit den uralten Bäumen hat Spuren hinterlassen – Spuren der Verbundenheit mit der Natur und mit den Geschichten, die sie erzählt.
Vielleicht ist es gerade diese Mischung aus Realität und Mythos, die Orte wie den Zauberwald von Las Higueras so besonders macht. Wer sich auf die Reise einlässt, entdeckt nicht nur die Schönheit der Landschaft, sondern auch ein Stück von sich selbst. Die Legende vom verzauberten Feigenbaum lebt weiter – in den Erinnerungen der Besucher, im Rauschen des Windes und im leisen Flüstern der Blätter.
So bleibt am Ende die Einladung, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen, die Magie der Natur zu erleben und den eigenen „verzauberten Feigenbaum“ zu finden – sei es in Andalusien oder im Herzen.
Zum Abschluss meiner Spurensuche zum Zauberwald möchte ich Ihnen noch die Legende vom verzauberten Feigenbaum von Hebron vorstellen.
Im goldenen Licht der Dämmerung, wo die Hügel von Hebron wie schlafende Riesen ruhen, steht ein Feigenbaum, uralt und geheimnisvoll. Seine Wurzeln greifen tief in die Erde, als wollten sie die Erinnerungen vergangener Jahrhunderte umarmen. Die Äste breiten sich aus wie die Arme eines weisen Hüters, und in seinem Schatten flüstert der Wind Geschichten, die nur jene hören, deren Herzen offen sind.
Man sagt, der Baum sei ein Gefäß für Sehnsucht und Liebe. In seinen Blättern glitzern Träume wie Tauperlen am Morgen. Karim, ein junger Schäfer mit Augen so klar wie das Wasser der Quelle, lauscht dem leisen Raunen des Baumes. Jede Brise trägt Stimmen aus einer anderen Zeit – Lachen, Weinen, Hoffen.
Die alte Teta Salma, deren Hände das Leben gezeichnet hat, erzählt von Layla, deren Liebe einst verboten war. Unter dem Feigenbaum schwor sie ihrem Schäfer ewige Treue. Die Sehnsucht der Liebenden webte einen Zauber, der den Baum zum Hüter ihrer Geschichte machte. In seinen Zweigen lebt ihr Versprechen weiter, wie ein Lied, das nie verklingt.

Ein magischer Feigenwald in Andalusien – ein wahres Paradies auf Erden!
Eines Tages findet Karim eine Truhe, verborgen im Wurzelgeflecht. Darin liegen Briefe, vergilbt und zart wie Herbstlaub, einer davon trägt seinen Namen – geschrieben in einer fremden, vertrauten Schrift. Da erkennt Karim: Er ist der Wanderer zwischen den Zeiten, der wiedergeborene Schäfer, und das Schicksal führt ihn zurück zu Layla. Als sich Karim und Layla unter dem Feigenbaum begegnen, verschmelzen Vergangenheit und Gegenwart. Ihre Liebe erblüht wie die süßen Früchte des Baumes, und der alte Fluch löst sich auf – der Baum schweigt, doch in seinem Schweigen liegt Frieden. So bleibt der Feigenbaum von Hebron ein leiser Wächter der Liebe, ein Brückenbauer zwischen den Welten. Wer unter seinen Ästen verweilt, spürt die Magie der Erinnerung und die Kraft des Herzens, die Zeit und Raum überwindet.
Sehr geehrte Leserinnen und Leser, ich hoffe, dass Sie den eindrucksvollen Spaziergang durch die Sierras de Cazorla, die Quelle des Flusses Guadalquivir und den faszinierenden Zauberwald von Higueras genossen haben. Im Rahmen der geführten Exkursion wurde die atemberaubende Landschaft erkundet und die Teilnehmenden erhielten zudem Einblicke in die faszinierenden Geschichten und Legenden, die sich um den Feigenbaum und die einzigartige Region Andalusien in der Provinz Jaén ranken. Ich bedanke mich für Ihren Besuch auf meiner Website und hoffe, dass auch Sie Ihren persönlichen Feigenbaum finden, der Ihnen, wie auch mir und meinen Freunden, Glück bringen soll.
Mit freundlichen Grüßen,
Bernd Koldewey

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