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Andalusiens malerisches Bergdorf:

Cazorla, ein Juwel im Naturpark Sierra de Cazorla, Segura y las Villas

 

Von Bernd Koldewey

Eingebettet in die beeindruckende Landschaft des Naturparks Sierras de Cazorla, Segura y Las Villas liegt das malerische Städtchen Cazorla. Die weißen Häuser schmiegen sich an die Hänge, enge Gassen schlängeln sich durch den historischen Ortskern und über allem thront die imposante Burg Castillo de la Yedra. Cazorla gilt als Tor zu einem der größten Naturschutzgebiete Spaniens und begeistert Besucher mit seiner einzigartigen Mischung aus Natur, Geschichte und andalusischem Charme. Doch nicht nur die Natur macht Cazorla besonders. Die Stadt selbst blickt auf eine lange Geschichte zurück, die sich in ihren Bauwerken und Traditionen widerspiegelt. Kleine Tapas-Bars, gemütliche Plätze und gastfreundliche Einwohner laden dazu ein, das authentische Andalusien zu erleben.


Zusammen mit meinen Brüdern Thomas und Herbert, die mich in Quesada für einige Tage besucht haben und mit Lola, einer Freundin aus Quesada, habe ich einen Tagesausflug in die malerische Ortschaft Cazorla unternommen. Cazorla liegt weniger als 20 Kilometer von Quesada entfernt und thront zu Füßen der Sierra Cazorla. Wir starteten unseren historischen Spaziergang durch Cazorla an der Plaza de Constitución.


Von hier aus führte unsere Tour an Cafés, Souvenirshops und Geschäften die Calle Doctor Muñoz entlang, vorbei an der Kirche San José, bis wir die Plaza de La Corredera erreichten. Auch hier laden Cafés und Restaurants zum Verweilen ein. Nach dem Teatro la Merced und einigen Metern bergab erreichten wir die Aussichtsplattform (Mirador) „Balcón de Zabaleta”. Dieser grandiose Aussichtspunkt wurde zu Ehren des berühmten Malers Rafael Zabaleta benannt, der 1907 in Quesada geboren wurde. Von hier aus hat man einen faszinierenden Panoramablick auf die am Berghang von San Isicio gelegene Burg „Castillo de la Yedra”. San Isicio ist der Schutzpatron von Cazorla, dessen Einsiedelei sich ganz in der Nähe befindet.

Aussichtsplattform (Mirador) „Balcón de Zabaleta”

Aussichtsplattform (Mirador) „Balcón de Zabaleta”

Von hier aus können Sie auch die imposanten Berge sehen, die Cazorla umgeben, darunter die Peña de los Halcones und der Cerro de Salvatierra, auf dem die Überreste des Turms der Burg der fünf Ecken zu finden sind. In der historischen Altstadt hatten wir Gelegenheit, einige Sehenswürdigkeiten dieser wunderbaren Ortschaft kennenzulernen.


Entdecken Sie das malerische Cazorla!


Die Stadt verzaubert ihre Besucher mit ihrer malerischen Lage am Hang der Berge und ihrer traditionellen Architektur. Die Häuser stehen so dicht aneinander, dass es ein einziges lebhaftes Bild ist. Ihre weißen Fassaden und Ziegeldächer strahlen eine Wärme und Freundlichkeit aus, die jeden sofort zum Wohlfühlen einlädt. Ein absolutes Highlight im oberen Teil der Stadt ist die Burg "Castillo de la Yedra" oder das Castillo de las Cuatro Esquinas.

Hier sieht man die Burg "Castillo de la Yedra" in Cazorla.

Hier sieht man die Burg "Castillo de la Yedra" in Cazorla.

Die Stadt ist der perfekte Ausgangspunkt für spannende Ausflüge in den wunderschönen Naturpark in der Umgebung. Sie ist ein wahres Paradies für alle Wanderer und Naturliebhaber! Die Altstadt von Cazorla ist ein wahres Schmuckstück! Sie ist ein besonderer Ort, der sowohl historisch als auch künstlerisch bedeutsam ist. Ihre engen, verwinkelten Gassen und die weiß getünchten Häuser verzaubern Besucherinnen und Besucher gleichermaßen. Renaissance-Paläste und die Silhouette der imposante Burg Castillo de la Yedra verleihen der Altstadt einen ganz besonderen Charme, sie ist das Wahrzeichen von Cazorla.

Der Platz "Santa Maria" in Cazorla.

Der Platz "Santa Maria" in Cazorla.

Sehenswürdigkeiten in Cazorla


Die Ruinen der Kirche Santa Maria in Cazorla


Die Kirche Santa Maria in Cazorla, Jaén, Spanien wurde im 16. Jahrhundert im Renaissancestil erbaut und wird oft dem Architekten Andrés de Vandelvira zugeschrieben. Sie wurde direkt über den Fluss Cerezuelo errichtet, der durch ein großes Gewölbe unter der Kirche hindurchgeleitet wurde. Ein schweres Unwetter im Jahre 1694 beschädigte das Gebäude, und es wurde nie vollständig fertiggestellt. Heute dienen die Ruinen der Kirche als Veranstaltungsort und Kulturstätte, Aktivitäten wie Konzerte und Theateraufführungen, es beherbergt auch die Touristeninformation von Cazorla.


Besucher können die Ruinen besichtigen und auch das unterirdische Gewölbe, durch das der Fluss fließt, erkunden. Die sogenannte „Bóveda del Rio Cerezuelo“ (Gewölbe des Cerezuelo-Flusses) ist eine beeindruckende Ingenieursleistung, die den Fluss unter dem Kirchenplatz hindurchleitet. Die Kirche ist ein bedeutendes Beispiel der spanischen Renaissance-Architektur und wird dem berühmten Architekten Andrés Vandelvira zugeschrieben.

Die Ruinen der Kirche Santa Maria, die auf dem Platz „Platza de Santa Maria“ (auch bekannt als Plaza Vieja) stehen, wurden 1694 durch eine Flut und später während des Unabhängigkeitskrieges durch französische Truppen zerstört. Der Platz ist ein beliebter touristischer Anziehungspunkt und ein zentraler Ort in der Stadt. Es gibt auch Restaurants und Cafés sowie ländliche Unterkünfte.

Die Ruine der Kirche "Santa Maria in Cazorla" ist ein bedeutendes Zeugnis historischer Architektur und religiöser Bedeutung.

Die Ruine der Kirche "Santa Maria in Cazorla" ist ein bedeutendes Zeugnis historischer Architektur und religiöser Bedeutung.

Der Fluss Cerezuelo, ein Nebenfluss des Guadalquivir, fließt unter dem Platz hindurch. Der Platz befindet sich in der Altstadt von Cazorla, im Naturpark Sierras de Cazorla, Segura und Las Villas, dem größten Schutzgebiet Spaniens. Von hier aus hat man einen Blick auf das Castillo de la Yedra.


Fuente de las Cadenas (Kettenbrunnen)


In der Nähe der Renaissancekirche Santa María, auf der Plaza de Santa María, befindet sich die Fuente de las Cadenas. Die Errichtung der Quelle erfolgte im Jahr 1605 (barockes Emblem) zu Ehren von König Philipp II., der einige Jahre zuvor, im Jahr 1598, gestorben war. Der Kettenbrunnen ist ein Wahrzeichen der Stadt. Die Quader des Beckens sind im strengen Herrera-Stil gehalten, der als faszinierender spanischer Architekturstil der Spätrenaissance gilt. Sie zieren das Wappen der Stadt sowie ein Emblem, welches die eindrucksvolle Rückgewinnung der Stadthalter von Cazorla durch die Kirche von Toledo darstellt. In seinem Becken finden wir eine lange Kette, die in den Stein gemeißelt ist, daher der Name des Brunnens.

Der Fuente de las Cadenas, auch als Kettenbrunnen bezeichnet, ist ein Denkmal von historischer und kultureller Bedeutung.

Der Fuente de las Cadenas, auch als Kettenbrunnen bezeichnet, ist ein Denkmal von historischer und kultureller Bedeutung.

Das Haus des Lichts - La Casa de la Luz


In diesem historischen Gebäude befindet sich das Mehlmühlenmuseum „Museo del Molino Harinero“. Es ist in einer restaurierten alten Mühle und einem ehemaligen Wasserkraftwerk untergebracht. Es ist Teil des Großprojekts „Frondosa Naturaleza“, das Besuchern die Natur und Geschichte der Sierra Cazorla näherbringen soll. Das Themenzentrum des Museums ist in einem alten Wasserkraftwerk untergebracht, das von der Werkstattschule des Stadtrats von Cazorla eingerichtet wurde. Es liegt neben den alten Ruinen von Santa María in der Straße Camino del Ángel im Herzen des historischen Zentrums von Cazorla.

Das Haus des Lichts, auch als "La Casa de la Luz" bezeichnet, ist ein bedeutendes kulturelles Zentrum in der Stadt.

Das Haus des Lichts, auch als "La Casa de la Luz" bezeichnet, ist ein bedeutendes kulturelles Zentrum in der Stadt.

Die Ausstellung „Frondosa Naturaleza” enthält unter anderem audiovisuelle Elemente, Riechtafeln, Bilder und Töne der Flora und Fauna dieses Naturschutzgebiets, Nachbildungen von Vögeln sowie ein Modell des Parks. Die Besucher erhalten einen Katalog, der vom Kurator der Ausstellung, dem bekannten Schriftsteller und Journalisten Joaquín Araújo, verfasst wurde und den Naturraum ausführlich beschreibt. „Schülerhefte” werden auch an Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer ausgehändigt, die die Ausstellung besuchen.


Es handelt sich um didaktisches Material, das Übungen und Fragen zu verschiedenen Aspekten des Naturparks in der Provinz Jaén enthält und somit nützlich ist, um mehr über dessen Eigenschaften zu erfahren. Die Mühle war 200 Jahre lang in Betrieb, um Mehl herzustellen, während das angeschlossene Wasserkraftwerk 50 Jahre lang Strom lieferte. In den Ausstellungsräumen werden fortschrittliche Maschinen aus Holz und Stein der Mühle erklärt und gezeigt. Auch wie die Menschen der Region damals von den landwirtschaftlichen Früchten wie Weizen, Kichererbsen und Bohnen lebten. Die Besucher lernen durch das Begehen der restaurierten Räume und mit Hilfe moderner Technologie wie 3D-Projektoren und interaktiven Bildschirmen die alte Wirtschaft und das tägliche Leben kennen.

Ein riesiger Steinadler schwebt unter der Decke des Museums und ist ein echter Hingucker!

Ausstellung „Bajo Tus Pies“ - Unter Deinen Füßen


In einer weiteren Ausstellung mit dem deutschen Titel „Unter deinen Füßen“ werden die verborgenen Schätze des Untergrunds gezeigt. Zu sehen sind Lebewesen, die in den dunklen Höhlen der Sierra Cazorla leben. Darunter sind seltene und neu entdeckte Arten, die im Verborgenen leben. Ebenso wird das Ökosystem der Höhlen mit seiner Tierwelt, den Pflanzenarten und den Fossilien erklärt.

 

Die Ausstellung ist Teil einer gemeinschaftlichen Aktion, die der Provinzrat von Jaén zusammen mit den Umwelt- und Landwirtschaftsministerien der Junta de Andalucía, dem Konsortium für die Entwicklung der Region Las Villas, den Entwicklungsverbänden von Segura und Cazorla, der Caja de Granada, der Caja de Ahorros de Jaén und der Föderation, der Tourismus- und der Gastfreundschaftsgilde von Jaén entwickelt hat. Ziel der Kampagne ist es, das Umwelt-, Geschichts- und Kulturerbe dieses Naturparks in der Provinz Jaén, dem größten und bewaldeten Spaniens, zu verbreiten. Die Entwicklung der Initiative begann im Juni 2002.

In den Räumlichkeiten der Ausstellung werden Tiere präsentiert, die im Naturpark heimisch sind.

In den Räumlichkeiten der Ausstellung werden Tiere präsentiert, die im Naturpark heimisch sind.

Geologische Geschichte der Sierra de Cazorla

 

Eine Hinweistafel erklärt den Besuchern des Museums die Geologie der Sierra de Cazorla und wie das Gebiet vor Millionen von Jahren aus winzigen Meeresorganismen entstanden ist. Die heutige Bergwelt der Sierra de Cazorla war vor etwa 200 Millionen Jahren der Meeresboden eines alten Meeres namens Tethys. Im Laufe von Millionen Jahren sammelten sich die kalkhaltigen Außenskelette (Exoskelette) von winzigen Meeresmikroorganismen auf dem Meeresboden an.

In der Ausstellung werden Fossilien, darunter Rudisten und Korallen, präsentiert.

In der Ausstellung werden Fossilien, darunter Rudisten und Korallen, präsentiert.

Gebirgsbildung: Der Zusammenstoß der afrikanischen und europäischen tektonischen Platten im Miozän (vor 23 bis 5 Millionen Jahren) führte zur Hebung, Faltung und Verwerfung dieser Sedimentschicht und bildete so die heutigen Berge. Der Text der Hinweistafel hebt hervor, dass die Region, die heute die Sierra de Cazorla ist, Teil des ersten Andalusiens war, das aus dem Ozean auftauchte.

 

Versteinerungen und Fossilien: Die Berge bestehen größtenteils aus Kalkstein und Dolomit, Gesteinsarten, die reich an Fossilien wie Rudisten, Korallen und Foraminiferen sind. Aufgrund des vorherrschenden Kalksteins gibt es in der Region zahlreiche Karstformationen wie Höhlen mit Stalaktiten und Stalagmiten. Dinosaurierspuren: In der Gegend wurden auch Dinosaurierspuren aus der Kreidezeit entdeckt, die zeigen, dass die Umgebung damals wärmer und feuchter war als heute, mit Koniferen, Palmen und Farnen.

 

Für alle, die das Zentrum des Museums besuchen möchten, wurden folgende Besuchszeiten festgelegt: Mittwoch bis Samstag von 10 bis 14 Uhr und von 17 bis 20 Uhr, Dienstag von 17 bis 20 Uhr sowie Sonn- und Feiertage von 9 bis 14 Uhr. Die Kontakt-Telefonnummer lautet: 953 72 17 91.

Die Abbildungen zeigen den Aufstieg zur Burg.
Die Abbildungen zeigen den Aufstieg zur Burg.

Die Abbildungen zeigen den Aufstieg zur Burg, wobei im Hintergrund der Fluss Cerezuelo und die Kirche Santa Maria zu sehen sind.

Castillo de la Yedra


Von der Plaza de Santa María aus geht es für uns hoch hinauf zur Burg Castillo de la Yedra! Die Calle de la Hoz Alta führt uns direkt den Berg hinauf. Im 9. Jahrhundert errichteten die Mauren an dieser Stelle eine beeindruckende Festung über der Stadt. Das heutige Aussehen des Wahrzeichens von Cazorla ist wirklich spektakulär! Es stammt aus dem 14. Jahrhundert, nachdem die christliche Reconquista im Jahre 1248 nach heftigen Kämpfen die Gegend rund um Cazorla unter ihre Herrschaft gebracht hatte.

Die historische Burg „Castillo de la Yedra“, deren Erbauung auf das 12. Jahrhundert zurückgeht, thront über der Stadt Cazorla

Die historische Burg „Castillo de la Yedra“, deren Erbauung auf das 12. Jahrhundert zurückgeht, thront über der Stadt Cazorla.

Die Burg thront auf dem majestätischen Cerro de Salvatierra (Berg des geretteten Landes) oberhalb des rauschenden Flusses Cerezuelo und verzaubert ihre Besucher mit einem atemberaubenden Blick über die Stadt Cazorla. Der absolute Höhepunkt der Burg ist der spektakuläre Bergfried (Torre del Homenaje), der stolze 30 Meter in den Himmel ragt und das gesamte Anwesen in seinen Bann zieht. In der Burg von Cazorla erwartet Sie eine echte Besonderheit: Ein ethnologisches Museum, das Sie begeistern wird! Entdecken Sie das faszinierende Museum für Volkskunst und Bräuche des Alto Guadalquivir! Der Besuch der Burg ist absolut zu empfehlen und das allein schon wegen der fantastischen Aussicht!

In der Nähe der Burg befindet sich eine kleine Höhle, die unsere Begleiterin Lola für die Dauer des Aufenthaltes erkundete.

In der Nähe der Burg befindet sich eine kleine Höhle, die unsere Begleiterin Lola für die Dauer des Aufenthaltes erkundete.

Tauchen Sie ein in die spannende Geschichte der Burg und erleben Sie die einzigartige Atmosphäre dieses historischen Ortes! Vormittags und nachmittags werden den Besuchern spannende Führungen angeboten. Bitte beachten Sie, dass die Burg montags geschlossen bleibt.


Hoch über der Burg thront auf einem Hügel das Castillo de Salvatierra (Castillo de las Cinco Esquinas) aus dem 14. Jh. Von der Burg sind der fünfeckige Bergfried und Reste der Burgmauern erhalten. Der Aufstieg dorthin ist zwar etwas beschwerlich, doch die Mühe wird mit einer großartigen Aussicht auf das weiße Bergdorf und die Berge der Sierra de Cazorla belohnt.

Von der Burg aus hat man einen atemberaubenden Blick auf Cazorla.

Von der Burg aus hat man einen atemberaubenden Blick auf Cazorla.

Ein atemberaubender Blick auf die spektakuläre Bergwelt der Sierra Cazorla!

Ein atemberaubender Blick auf die spektakuläre Bergwelt der Sierra Cazorla!

Keramikkacheln & Traditionen


In der Altstadt von Cazorla gibt es eine Route mit 25 Keramikkacheln, die verschiedene Aspekte der Geschichte und Traditionen der Stadt darstellen. Besonders erwähnenswert sind:


  • Die Kachel mit dem letzten Adelantado, Herzog von Lerma, hoch zu Ross – Symbol für die historische Verwaltungsposition in der Region.


  • Die Kachel „Curanderas en el Río Cerezuelo“, die Frauen beim traditionellen Wäschewaschen am Fluss zeigt.


  • Die Kachel „La Puesta del Maero“, das die Zeremonie zur Eröffnung der jährlichen Messe darstellt.


  • Die Kachel „Diluvio - Inundación de 1694“ erinnert an die sintflutartigen Überschwemmungen in Cazorla. Die schlimmste davon war am 2. Juni 1694.

Keramikkachel: Der letzte Adelantado, Herzog von Lerma, hoch zu Ross


Wenn wir uns die Hausfassade in der Calle Castillo 41 ansehen, können wir dort eine weitere Keramikkachel entdecken, die den Herzog von Lerma als Adelantado zeigt, wie er hoch zu Ross zu sehen ist. Das Kachelmosaik zeigt die Adelantados de Cazorla (1231–1618), eine historische Verwaltungsposition in der Region Cazorla.


Wenn ich die historischen Quellen richtig deute, dann wurde diese Position des „Adelantado de Cazorla“ vom Erzbischof von Toledo ernannt, um ihn in den Gerichts- und Militärbereichen zu vertreten. Der Titel existierte fast 400 Jahre lang. Das Adelantamiento de Cazorla war ein kirchliches Herrschaftsgebiet des Erzbistums Toledo, das während der Grenzkonflikte mit dem Königreich Granada im 11. Jahrhundert entstand.



Die Erzbischöfe von Toledo delegierten die Verwaltung und das Kommando über die Armeen in diesem strategisch wichtigen Gebiet an einen Vertreter, der als „Adelantado de Cazorla“ bezeichnet wurde. Das Amt des Adelantado wurde 1618 unter Erzbischof Bernardo de Sandoval y Rojas abgeschafft, wobei der Herzog von Lerma der letzte Adelantado war. Im Jahr 1811 wurden alle Gerichtsbarkeiten des Adelantado durch die Cortes von Cádiz abgeschafft.

Eine Keramikkachel zeigt den letzten Adelantado, Herzog von Lerma.

Die Keramikkachel zeigt den letzten Adelantado, Herzog von Lerma, in einer Szene, die ihn auf einem Pferd sitzend und hoch zu Ross darstellt.

Keramikkachel: Wäscherinnen am Fluss Cerezuelo


An einer Hausfassade befindet sich eine Keramikfliese, die Frauen zeigt, die im Fluss Cerezuelo Wäsche waschen. Der Titel der Illustration lautet „Curanderas en el Río Cerezuelo“, was auf Deutsch „Wäscherinnen am Fluss“ bedeutet. Bei dem Objekt handelt es sich um eine Wanddekoration, die aus mehreren quadratischen Fliesen besteht. Im Hintergrund sind die Ruinen der Kirche Santa Maria in Cazorla zu sehen.


Traditionell wird der Fluss mit der „Quelle des Lebens“ für den Menschen in Verbindung gebracht. Neben den vielfältigen Nutzungen für den Verbrauch, die Bewässerung oder den Betrieb von Mühlen am Ufer wurde der Fluss Cerezuelo, der aus der „Nacelrío-Quelle“ entspringt, häufig von Frauen genutzt, um Kleidung und Textilien zu waschen.


Selbst in den 60er- und 70er-Jahren nutzten viele Frauen den Fluss zum Wäschewaschen, was angesichts des Mangels an Ressourcen, den die Haushalte in Cazorla während des Nachkriegs-Spaniens erlitten, nachvollziehbar ist. Das traditionelle Waschen erfolgte auf einem Stein mit Falten, dessen unterer Teil ins Wasser getaucht wurde. Mit hausgemachter Seife wurde die Wäsche auf dem Stein gerieben, um sie zu reinigen. In einigen Fällen wurden auch Bereiche des Flusses als Trocknungsplätze für Stoffe und Kleidung genutzt. Der Zugang zu Wasser in den Haushalten führte dazu, dass diese Waschsteine in „Waschplätze“ oder „Becken“ innerhalb der Häuser in Cazorla umgewandelt wurden, die bis heute noch in Gebrauch sind und so als ein Zeugnis der Vergangenheit bewahrt werden.

Eine weitere Keramikkachel zeigt eine Gruppe von Wäscherinnen,die sich am Fluss Cerezuelo befinden.

Eine weitere Keramikkachel zeigt eine Gruppe von Wäscherinnen,die sich am Fluss Cerezuelo befinden.

Keramikkachel: La Puesta del Maero


Das Keramikbild mit dem Titel "La Puesta del Maero", das sich ebenfalls in Cazorla befindet, zeigt die traditionelle Zeremonie, die mit der lokalen Folklore und den Stierkampfveranstaltungen verbunden ist. Die Tradition ist seit mehr als 150 Jahren bekannt und wird eine Woche vor Beginn der jährlichen Messe (Feria) abgehalten.


Bei diesem feierlichen Akt schlugen der Bürgermeister und sein Gefolge den ersten Holzstamm für eine temporäre Stierkampfarena auf der Plaza Santa Maria. Das Einschlagen dieses ersten Stammes ist das Zeichen dafür, dass die Messe eine Woche später folgen wird. Dieses Wandbild befindet sich an der Hausfassade des Gebäudes Calle Hoz 4 in der Altstadt von Cazorla. Entdecken Sie die faszinierende Geschichte, die spannenden Berufe und die einzigartigen Traditionen von Cazorla auf einer Route von insgesamt 25 Keramikbildern!

Keramikkachel: Diluvio - Inundación de 1694


Ein weiteres Kachelbild verweist und erinnert an die am 2. Juni 1694 schwere Überschwemmung in Cazorla. Die Nähe der Berge der Sierra Cazorla und seine Bäche wie den Fluss Cerecuelo machten Cazorla anfällig für Sturzfluten. Im 17. und 18. Jahrhundert gab es mehrere Überschwemmungen in Cazorla. Es regnete so stark, dass das Gewölbe und die gesamte Kirche Santa Maria überflutet wurde.

Keramikkachel: La Puesta del Maero
Am 2. Juni 1694 schwere Überschwemmung in Cazorla.

Wanderung entlang des Flusses Cerezuelo


Der spektakuläre Fluss Cerezuelo entspringt an der Quelle "Nacelrío" in der atemberaubenden Sierra de Cazorla. Auf halber Strecke, neben der mystischen Einsiedelei von Nubla, verschmilzt er mit dem Fluss Cañamares und wird auch als Vega de Cazorla bezeichnet. Mit einer Länge von beeindruckenden 9,7 km bis zur Mündung in die Cañamares und weiteren 14,5 km bis zur Mündung des Guadalquivir ist er ein wahres Naturwunder! Er durchquert Cazorla, und zwar da, wo die Kirche und die Plaza de Santa María stehen, die auf einem Gewölbe über dem Flussbett errichtet wurden. Und dann fließt er in der Nähe von Santo Tomé in den Fluss Guadalquivir.

Der Fluss Cerezuelo zeichnet sich durch seine bemerkenswerten Wasserfälle und Kaskaden aus.

Der Fluss Cerezuelo zeichnet sich durch seine bemerkenswerten Wasserfälle und Kaskaden aus.

Auch in dieser Region am Ufer des Flusses Cerezuelo und auf der gegenüberliegenden Seite sind Feigenbäume anzutreffen.

Auch in dieser Region am Ufer des Flusses Cerezuelo und auf der gegenüberliegenden Seite sind Feigenbäume anzutreffen.

Unser kleiner Spaziergang an den Ufern des Flusses Cerezuelo war der krönende Abschluss unserer faszinierenden historischen Entdeckungsreise durch Cazorla. Genau dort, wo die Plaza de Santa María liegt, begann der Abstieg in Richtung des Flusses Cerezuelo. Kleine verwinkelte Gassen führten uns direkt hinunter zum Fluss. Unser Spaziergang durch das grüne Tal und die malerische Landschaft war ein absolutes Erlebnis!

Auch Lola liebt es, die großartige Atmosphäre am Fluss Cerezuelo zu genießen!

Auch Lola liebt es, die großartige Atmosphäre am Fluss Cerezuelo zu genießen!

Wir passierten einige kleine Wasserfälle und Kaskaden, die vom kristallklaren Wasser des Flusses hinabglitten. Die mit Bäumen, wie zum Beispiel Pappeln, Walnussbäumen und Feigenbäumen, gesäumten Ufer verwandeln das Tal in ein atemberaubendes Paradies. Wir waren absolut begeistert, als wir die wunderschönen Bäume bewunderten und auf den Informationstafeln erfuhren, welche Bedeutung die einzelnen Bäume haben.

Ein Spaziergang entlang des Flusses Cerezuelo.

Ein Spaziergang entlang des Flusses Cerezuelo, der sich durch die Uferlandschaft schlängelt,

ist eine wunderbare Möglichkeit, die lokale Natur und Kultur zu erleben.

Der Spaziergang entlang des Flusses, gesäumt von kleinen Wasserfällen und Becken, war ein echtes Naturwunder! Die Wasserroute am Fluss entlang ist Teil des Wanderwegs „La ruta del Agua“ und thematisiert die Beziehung des Menschen zum Wasser. Die Bäume, die den Fluss vor der Sonne schützten und sich im kristallklaren Wasser spiegelten, boten uns einen beeindruckenden Anblick. Dieser Spaziergang ist ein Muss! Ich empfehle diesen Spaziergang absolut jedem der die malerische und historische Ortschaft Cazorla besucht.

Mit dem letzten Blick auf den wunderschönen Fluss Cerezuelo beenden wir unsere aufregende Entdeckungsreise.

Praktische Reisetipps


Cazorla ist gut mit dem Auto erreichbar und eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für Ausflüge in den Naturpark. Die Stadt bietet eine Auswahl an charmanten Unterkünften – von kleinen Pensionen bis hin zu Landhotels. Wer die Region erkunden möchte, sollte festes Schuhwerk und eine Kamera nicht vergessen, denn die landschaftlichen und kulturellen Highlights sind zahlreich.

Fernweh

In die Ferne will ich schweifen

und dabei den Horizont berühren.

Mythos

Schon seit Urzeiten pilgern

Menschen zu ihren

Märtyrern und Heiligtümern.

Kult

In ganz Europa interessieren sich immer mehr Menschen für den Jakobsweg.