Gegen den Strom

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Mit den Fischen gegen den Strom schwimmen

Gedanken eines Pilgers

Mit den Fischen gegen den Strom schwimmen

 

Von Bernd Koldewey (Text/Fotos)

 

Schon seit Adams und Evas Zeiten gab es Menschen, die sich nicht an das ihnen Vorgegebene halten und die so wie einige heute sagen würden, nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen. Sie haben viele Fragen und suchen kritisch nach Wahrheiten und genau wie die Fische schwimmen sie gegen den Strom.

 

Sind Menschen, die gegen den Strom schwimmen, nicht gerade auch deshalb gesellschaftsfähiger, weil sie ihre eigenen Werte gegen die vorherrschenden Meinungen vertreten? Oder sind sie mit der Gesellschaft von heute nicht konform genug und sind auszuschließen? Eine eigene Meinung zu haben und richtige Entscheidungen zu treffen ist heute wohl gar nicht so einfach. Zu sehr sind wir Menschen von der Medienlandschaft abhängig geworden und lassen uns durch unsere Bequemlichkeit einfach treiben. Alles wird einen heute leicht gemacht, selbständiges Denken und verantwortliches Handeln scheinen nicht mehr von Nöten zu sein. Wir alle kennen das, täglich werden wir von der Werbung und den negativen globalen Nachrichten zugedröhnt. Ein beängstigender Trend und eine Massenentwicklung, die die Nonkonformisten unter uns in Sorge versetzen.

 

 

Anders geht es in der Tierwelt zu. Ihre Gemeinschaft wie z.B. bei den Fischen, Vögeln und Insekten, die sich durch ihr kollektives Schwarmverhalten ein soziales Zusammensein aufbauten. Gemeinsam suchen sie Schutz und Nahrung, sie leben in einer harmonischen und friedlichen Gemeinschaft, nicht gegeneinander, sondern miteinander. Sie bilden durch ihre Geschlossenheit eine verbundene Einheit und verkörpern so gesehen ein Ganzes. Ihre Schwärme bestechen durch geometrische Formen und präzise Flugbahnen (Vogelschwärme), die sie auf ihren langen Wegen in der Gemeinschaft zurücklegen.

 

Schon seit den alten Christen gab es immer Menschen, die den schwierigen Weg gesucht hatten. Ob es Adam und Eva waren, die vom verbotenen Baum der Erkenntnis von Gut und Böse die reifen Früchte aßen und von nun an die menschliche Welt erfahren mussten. Oder Jesus von Nazareth, der durch seine Bergpredigt ein neues Christentum geschaffen hatte und die daraus entstandenen Schriften des Neuen Testaments. Das Symbol der Christen war und ist bis heute unter anderem auch der Fisch. Er symbolisiert den Glauben an Jesus und das Leben an sich. Das griechische Wort für Fisch heißt: „ICHTHYS“, die einzelnen Buchstaben daraus galten damals zu Zeiten Roms als geheimes Erkennungszeichen der verfolgten Christen und bedeuteten das Bekenntnis zu Christus. Einzeln aufgeführt: Jesus (I), Christus (CH), Gottes (TH), Sohn (Y), Erlöser (S). Auch mit der Quelle des Lebens, der verborgenen Wahrheit, die unter Wasser liegt, wird der Fisch in Verbindung gebracht.

 

Biologisch gesehen schwimmt der Fisch zu den Orten seines Ursprungs zurück, er sucht seine Laichplätze auf und gebärt neues Leben. Auf seinen langen Wanderungen nimmt er unendlich viele Strapazen auf sich, selbst Hindernisse können ihn nicht stoppen. Von den großen Ozeanen und Meeren, wo er sein Leben verbrachte, wandert er zurück in die Flüsse und Bäche, die ihm einst das Leben schenkten. Doch bei den Menschen sieht das Massenphänomen anders aus, wahrscheinlich müssen sie noch viel von der Natur und den Tieren lernen. Von der von den Forschern herausgefundenen Nachhaltigkeit der Schwarmintelligenz ist der Mensch noch weit entfernt. Unsere Gruppendynamik ist noch zu sehr bestimmt von Vorteilen, Rekorden, Stardenken und wie reich man am Ende wird, man sucht sein Glück nicht mehr im Ursprung.

 

„Wer zur Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen.“ Hermann Hesse

 

 

Die neue Bewegung in Europa

 

Europa und Deutschland haben sich zum Schmelztiegel für Zuwanderer erklärt. Zwar noch nicht ganz einig, doch auf dem besten Weg dahin. Das 21. Jahrhundert steht im Wandel der Kulturen und der Gesellschaften, wir alle müssen umdenken und mitgestalten. Umdenken heiß aber auch, sich mit dem Neuen zu beschäftigen und auseinander zu setzen und auch kritische Fragen stellen zu dürfen. Denn ansonsten schwindet das Vertrauen und wir werden unzufriedene Bürger hervorbringen, deren Gleichgültigkeit und Ignoranz die neue Bewegung einer neuen Gesellschaft nur stört und behindert. Aufklärung dem Bürger gegenüber ist der richtige Schritt. Zur Zeit haben wir eine Bewegung in mehreren Lagern, die eine Seite möchte den Flüchtlingen, Asylbewerbern und Migranten helfen und sie unterstützen und die andere Seite verschließt sich ihnen aus Angst vor einer Überbevölkerung und dem Fremden. Eine Einheit zu bekommen scheint im Moment noch schwierig zu sein. Dennoch bin ich voller Hoffnung, ich bin überzeugt, dass wir den richtigen Weg finden und gehen werden.

 

Des Weiteren würde ich nicht unbedingt unterscheiden wollen zwischen Kriegsflüchtlingen und Wirtschaftflüchtlingen. Denn alle Menschen haben eine Berechtigung, zumal man ihnen die Grenzen geöffnet hatte, auf menschenwürdige Aufnahme und Unterbringung. Alle haben große Hürden auf sich genommen und hoffen für sich und ihre Kinder eine bessere Zukunft.

 

Zur Zeit ist aus meiner Sicht überhaupt nicht zu erkennen, welche der Parteien, die der Bürger oder die der Regierung, gegen den Strom schwimmt. Denn nach meiner Überzeugung, sind die aufgeführten Beispiele, wie hier im Artikel „Mit den Fischen gegen den Strom schwimmen“, von mir sehr positiv gemeint. Ich hoffe, dass wir erkennen werden, dass selbst auch Hürden und Hindernisse den Menschen Frieden und Einigkeit bringen kann.

 

Buen Camino!

 

Herne, März 2016

 

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