Am Anfang war das Wort

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Am Anfang war das Wort

Gedanken eines Pilgers

"Am Anfang war das Wort"

 

Von Bernd Koldewey (Text/Fotos)

 

Am Anfang war das Wort (Johannes 1,1), so steht es in der Bibel, es ist bis heute eine der geheimnisvollen Aussagen aus dem Johannesevangelium. Heute im 21. Jahrhundert, bzw. für das Jahr 2015, wurde das Wort „Flüchtlinge“ als Wort des Jahres auserwählt.

 

Schon seit 1971, genau gesagt seit 1977, werden wir jährlich von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) mit Worten und Redewendungen beglückt, die sich aus den Ereignissen der Politik, der Wirtschaft und der Gesellschaft des jeweiligen Jahres zugetragen haben. Die Botschaft: „Wir schaffen das“ von Bundeskanzlerin Angelika Merkel belegte 2015 nur den 10. Platz. Statt Zuversicht löste sie mit der Aussage auch viele Diskussionen aus.

 

Als Jakobspilger und als Bürger meines Landes beschäftigt mich das sprachlich-jährliche Wortspiel aus den Ereignissen des Landes natürlich sehr. Mit einer gebührenden Nachdenklichkeit betrachte ich die ausgesuchten Wörter und Wendungen, die auch manchmal das traurige Zeitgeschehen unserer Gesellschaft im Jahresrückblick widerspiegeln. Die Macht der Medien trägt uns durch das Zeitgeschehen und wir werden täglich damit mehr und mehr konfrontiert. Die Welt hat sich gravierend geändert, oftmals auch zum schlechteren und rückt dabei immer enger zusammen.

 

Deutschland und Europa sind ein Schmelztiegel verschiedener Völker, Rassen und Kulturen geworden und wir müssen lernen damit umzugehen. Vor allem macht die Integration von Einwanderern aus dem arabischen und nordafrikanischen Raum, den sogenannten „Flüchtlingen“, den EU-Ländern und ihren Bürgern zuschaffen. Wir Deutschen sind gut und helfen gerne, so scheint es, zumindest wird uns das so in den Medien vermittelt. Viele Tausend ehrenamtliche Helfer kommen dabei an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Für mich sind sie, in der doch scheinbar aussichtslosen Situation, die eigentlichen wahren Helden. Doch was machen unsere Politiker? – sind sie Herr der Lage? Manchmal scheint es so, dass auch sie überfordert sind. Zwar machen sie uns Mut und empfehlen uns zu mehr Geduld und Besonnenheit. Doch wie sehen es die Bürger des Landes, die Deutschen, die schon seit Generationen mit dem Land verwachsen sind? Haben sie nicht auch Rechte auf eine sichere Zukunft und kann man ihnen diese „Erneuerungen“ auch zumuten?

 

Die Realität auf der Straße sieht anscheinend anders aus. Hinter vorgehaltenen Händen drücken sie ihre Sorgen und Ängste aus. In vielen Städten des Landes spürt man den Zuwachs des Flüchtlingsstroms deutlich zunehmen. Übergriffe auf Unterkünfte der Flüchtlinge nehmen erschreckend zu. Eine Tatsache, die man nicht schönreden kann. Gewalt ist keine Lösung und hilft nicht bei den Problemen dieser neuen Situation. Aber auf der anderen Seite machen es uns die Menschen, die aus den Kriegsgebieten ihres Landes geflohen sind, nicht immer leicht. Es sind nicht die Kinder und deren Mütter, die uns schaden und uns Kopfzerbrechen bereiten. Vielmehr sind es einige hundert oder auch tausend junge Männer, die aus ihrer kulturellen Ansicht die deutsche Großzügigkeit ausnutzen und dem sozialen Rechtsstaat schaden wollen. Sie verwechseln wohl einiges, denn Gastfreundlichkeit, Hilfe und Toleranz, ist nicht die Schwäche der Deutschen, sondern es ist ihre Stärke. Mit beschämenden, respektlosen und menschenunwürdigen Aktionen und Übergriffen, wie es z.B. am Kölner Hauptbahnhof und in anderen deutschen Großstädten geschah, wo man eine Vielzahl ahnungsloser Frauen einkreiste, um sie zu nötigen, sexuell zu belästigen und auszurauben. Damit schadeten diese dummen Menschen nur ihren eigenen Landsleuten und erschweren die Integration aufs Heftigste.

 

Stattdessen sollte man doch dem Land, in dem man leben möchte, Gesten des Respekts und der Dankbarkeit entgegen bringen. So zollt man gegenüber den deutschen Bürgern, die sich für die vielen Flüchtlinge einsetzen, mehr Respekt.

 

Als Jakobspilger, der einst das westliche Europa (Frankreich und Spanien) zu Fuß bereiste, kenne ich solches schlechte Verhalten nicht. Auch ich war ein Fremder und war dankbar in den jeweiligen Ländern freundlich aufgenommen zu werden. Viele Pilger empfinden so wie ich. Jedes Jahr sind es weit über hunderttausend Menschen, die auf dem Jakobsweg unterwegs sind. Ein einzigartiger Weg, der es geschafft hat, dass sich viele unterschiedliche Menschen und Kulturen vereinten. All diejenigen sind Vorreiter einer vernünftigen Integration.

 

Wir alle sind Menschen, die das Recht auf ein friedliches Miteinander haben. Vor Gott sind wir alle gleich, es wird Zeit, dass wir uns dementsprechend verhalten und miteinander reden. Mit den Worten, wie es in der Schöpfungserzählung des Johannesevangeliums geschrieben steht, möchte ich meinen kleinen Beitrag beenden und wünsche uns allen ein besseres Miteinander.

 

„Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.“ (Johannes 1,1-3)

 

Buen Camino!

 

Herne, Januar 2016

 

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